Tempel 74

Apartmenthaus & Architekturbüro

Der Weiler Tempel gehört zu den attraktivsten Ensembles im Ortsbild von Mellau im Bregenzerwald. Die um den Platzbrunnen gescharten silbergrauen Bregenzerwälderhäuser stehen harmonisch vereint an der Straße. Gemeinsam mit Freunden und Nachbarn setzten Gastgeberin Evi und Baumeister Jürgen Haller hier ein weiteres starkes Zeichen Bregenzerwälder Bau- und Wohnkultur.

Anstelle eines nicht zu rettenden Bauernhauses wurden von der Errichtergemeinschaft Haller-Felder zwei Neubauten mit zehn Urlaubsapartments und einem Architekturbüro erstellt. Das in Mischbauweise errichtete Bauwerk entstand auf einem rund 1000 m² großen Baugrund. Haus A ist der detailgetreue Wiederaufbau des Vorgängerbaus mit handwerklich-bäuerlicher Tradition. Bei Haus B handelt es sich um einen zeitgemäßen Neubau, der mit einer teilweise transparenten Holzfassade verkleidet ist. Der Sockelbereich aus sandgestrahltem Beton stärkt die auf ihm lastende Holzkonstruktion in ihrer Erscheinung. Die halbrunde Betonspange verbindet die beiden Häuser und gibt den Blick auf den Innenhof, die große Stube und den Empfang frei.

» Viele Landgemeinden kämpfen mit Abwanderung und sinkenden Bevölkerungszahlen. In Mellau dient ein neu errichteter Gebäudekomplex mit zehn Wohnungen und einem Planungsbüro als Lebensgrundlage für eine Familie. Die touristisch genutzten Apartments befinden sich in einem zusammenhängenden Baukörper, der oberirdisch als zwei Einzelgebäude in Erscheinung tritt: Haus A als Bregenzerwälderhaus, Haus B als Fortschreibung desselben mit heutigen Mitteln, beide in hoher handwerklicher Qualität ausgeführt. Empfang, Stube und Planungsbüro sind als Verbindung zwischen den beiden Häusern unter Niveau gesetzt und belasten die Siedlungsstruktur nicht mit zusätzlicher Kubatur. Mitten im beengten Ortsgeflecht wird mittels nachbarlicher Kooperation eine Lösung für den Raumbedarf gefunden. Der ehemalige Bereich um den Laufbrunnen wird durch die geschickte Positionierung der Neubauten vom Verkehrsknoten wieder zum Platz. Bemerkenswert ist auch das privatwirtschaftliche Engagement, verknüpft mit dem Vertrauen in Verbesserung. Die dem rein Funktionellen übergeordnete Fähigkeit und Qualität von Architektur wird von der Bauherrenfamilie Haller im Einreichtext direkt angesprochen: als „Gefühl von Lebenssicherheit“. «